Über die Courage sich einem Psychologen anzuvertrauen
Irgendwann kommt ein jeder einmal an den Punkt, wo er nicht weiter weiß. Dabei kann es sich um die verschiedensten Schwierigkeiten handeln, von Essstörungen über Ängste bis hin zu Phobien. Vielen Leidtragenden ist es außerdem unangenehm - sie möchten nicht über die Problemsituation sprechen und graben sich Zuhause ein, wo sie ohne Hilfe versuchen die Belastungen zu überwinden. Doch in den meisten Fällen ist es hilfreich, einen gut ausgebildeten Psychologen um Rat zu fragen, da dieser mit seinem Fachwissen oft mehr erzielen kann als der unwissende Patient. Auch wenn es Überwindung kostet, bereuen die wenigsten Patienten im Nachhinein diesen Schritt.
Wenn jemand zum Beispiel tagtäglich mit Zwängen zu kämpfen hat, wird irgendwann sehen, dass diese das ganze Leben beeinflussen und vor allem beeinträchtigen. Es ist sehr schwer, gegen die Zwänge und Zwangsgedanken anzukämpfen, da sie immer wieder und in allen Alltagssituationen auftreten. Wer glaubt, alleine aus diesem Teufelskreis zu entkommen, wird merken, dass dies hoffnungslos ist, da man hierfür eine kompetente Fach-Beratung braucht. Psychologen haben spezielle Ausbildungen, sei es durch ein Studium oder durch eine andere Ausbildung. Ihnen steht hiermit umfangreiches Wissen über unterschiedliche Krankheitsbilder zur Verfügung und sie wissen, welche Therapien und welche Lösungsansätze helfen und welche nicht.
Ein weiterer Grund, weshalb viele Patienten heutzutage nicht bereit sind, einen Psychologen aufzusuchen, ist die negative Behaftung dieser Thematik. Erwartet man vom Arzt seines Vertrauens eine körperliche Diagnose und wird dann mit dem Begriff “psychosomatisch” konfrontiert, ist man sehr schnell überfordert und mag nicht so recht glauben, dass etwas “da oben” nicht stimmt. Man weiß doch schließlich, dass man nicht verrückt ist! Doch eine psychosomatische Erkrankung hat damit nicht viel zu tun. Dies sind wohl immer noch die althergebrachten Klischees, die in den Köpfen haften, dass ein psychisch Erkrankter verrückt sei. Daran mag es wohl auch liegen, dass die meisten Betroffenen eine lange Zeit brauchen, um wirklich einen Psychologen aufzusuchen.
In sehr vielen Fällen greifen Betroffene auch erst einmal zu Tabletten, da diese ja schließlich bei all den anderen körperlichen Beschwerden auch wirken. Wieso sollte man über das psychische Problem sprechen, wenn schließlich auch Medikamente helfen? Doch die meisten psychischen Störungen und vor allem die, keine echten Krankheiten sind, aber trotzdem sehr belasten (beispielsweiseTrauerbewältigung oder Missbrauch) lassen sich nicht durch die Einnahme von Tabletten lösen. Hier ist eine fachlich kompetente Beratung durch einen Psychologen gefragt. Sei es durch eine Gesprächstherapie, durch eine Situations-Analyse oder durch eine Verhaltenstherapie. Es gibt unzählige Therapieformen, die für die jeweilige Krankheit passend sind und nur der Psychologe alleine kann entscheiden, welche Form am hilfreichsten ist.
Wenn sich also ein Betroffener weigert, einen Psychologen zu konsultieren, weil er sich dafür schämt oder es nicht für nötig hält, läuft Gefahr eine lange Zeit seines Lebens unter dem psychischen Problem zu leiden und vielleicht sogar darunter zu zerbrechen. Das Problem wird sich nur in den seltensten Fällen von selbst lösen.. Die meisten Patienten sind erst bereit, sich helfen zu lassen, wenn sich die Situation dramatisch zuspitzt und sie keinen Ausweg mehr sehen. Dem kann man entgehen, wenn man sich gleich von Beginn an einer kompetenten Person anvertraut und nicht erst lange wartet und sich selbst quält.