Urlaub für Alkoholiker
Alkoholkranke Menschen haben oft ihr ganzes Leben so aufgebaut, dass sie zu jeder Zeit ihrem Alkoholkonsum nachgehen können. Alle anderen Dinge, einschließlich Beruf, Familie und Freizeit, rückten immer mehr in den Hintergrund. Gerade in Fragen der sozialen Kontakte hat sich das persönliche Umfeld so eingerichtet, dass über den übermäßigen Alkoholkonsum wenig oder gar nicht gesprochen wird. Gespräche darüber wurden entweder mit Arroganz oder Scham abgetan und soweit wie möglich vermieden. Hat sich das Umfeld so entwickelt, dass persönliche Freunde oder Bekannte ebenfalls viel Alkohol tranken, brauchte vor solchen Gesprächen keine Angst zu haben.
Wenn sich ein Alkoholiker nun aber seiner Alkoholkrankheit stellt und durch ein Leben ohne jeglichen Alkoholkonsum zum Stillstand bringt, sind viele Lebensveränderungen erforderlich. Dazu gehört dann auch, dass bisherige Umfeld zu verändern, so dass bei allen Aktivitäten, wie auch in der Familie, der Alkohol nicht mehr im Vordergrund steht. Im besten Fall ist es dann eine alkoholfreie Wohnung und ein alkoholfreies Umfeld. Dieses ist dann eine sichere Burg, wo die Risiken zu einen Rückfall minimiert werden. Das dauert natürlich etwas länger, aber der Weg lohnt sich, weil die Sicherheit zur Abstinenz aufgebaut werden kann.
Bedingt durch das neue Leben wollen viele Kurzzeittrockene vieles nachholen, was sie während des Alkoholkonsums nicht machen konnten. Dazu zählt oft ein Urlaub für Alkoholiker, der aber wiederum eine zwar zeitlich begrenzte Lebensveränderung schafft. Man verlässt seine sichere alkoholfreie Burg und kommt im Urlaub oft wieder mit vielen alkoholkonsumierenden Menschen zusammen. Ist man in seiner neuen Nüchternheit noch nicht stabil, ist das Risiko sehr groß, wieder zum Alkohol zu greifen. Wenn Alkoholiker, die noch nicht lange trocken sind, in den Urlaub fahren wollen, sollten sie sich gut vorbereiten und nach Möglichkeit mit anderen trockenen Alkoholikern zusammen in den Urlaub fahren, um das Risiko zu verkleinern.